Berichte von 10/2014

Donnerstag, 30.10.2014

Es läuft alles nach Plan!

Das ist auch der Grund, warum ich ich jetzt erst schaffe, mich mal wieder zu melden. Ich bin so beschäftigt, dass ich ständig unterwegs auf Terminen bin. Die vergangenen paar Tage habe ich mich mit 7 Frauen für das Buchprojekt, dem CEO eines bekannten Hausprojektes hier in Walmer getroffen und an zwei Meetings des ANC mit Bewohnern als 'international guest' teilgenommen. Das Ganze hat Kevin arrangiert. Dort sollte ich dann aus dem Stehgreif von dem Hausprojekt des INEP Instituts berichten. Für mich haben sich im Gegenzug Kontakte für meine Bachelorarbeit ergeben. Guter Deal, würd ich sagen. Einige davon werde ich morgen interviewen, wünscht mir also ganz viel Glück, dass alles klappt! - Also (zu gestern:) es hat, zeitlich gesehen, nicht alles genau so geklappt, wie geplant, aber ich habe mittlerweile schon vier Interviews geführt!!! und interessante Infos bekommen. Von zwei Shackbewohnern und zwei Bewohnern eines RDP Hauses. Bildmaterial konnte ich auch sammeln! Wer dies begutachten möchte, sollte sich meine BA durchlesen ;) So sehen einige von den neueren RDP Häusern von außen aus: 

Nun gehts an die Transkripte und letzte Kontaktaufnahmen. Und bald geht es ja auch schon wieder nach Hause.. zuvor habe ich noch einen Tagesausflug nach East London vor mir. Mathabo & Mzolisi sind so nett und begleiten mich an dem Tag. Sind 3 1/2 Stunden Autofahrt dorthin. Ich werde das Modellhaus besuchen, was vom INEP Institut für die Menschen in der kleinen Gemeinde Ilitha errichtet wurde, treffe mich mit dem lokalen Koordinator und schreibe im Anschluss einen kleinen Report, den ich auch für meine BA nutzen kann. Bin schon gespannt, das Haus mal in Natura zu sehen. In einer Woche (nächsten Dienstag, 11.11.) geht es dann auch schon los nach Kapstadt! Fahre mit Suna und Nini, den beiden Mädels aus Oldenburg für 13 Tage die Garden Route entlang (Plettenberg Bay - Mossel Bay - Hermanus - Kapstadt - Stellenbosch - Oudtshoorn - Tsitsikamma - Port Elizabeth). Alles ist soweit organisiert. Ich hab die Unterkünfte gebucht (für nur 150 Euro bei 12 Nächten, meistens Triple Room), Suna hat sich um den Mietwagen (Hyundai i10) gekümmert. Ich hoffe wir kommen damit über alle Berge :D mit dem Ford Figo war das auch schon nicht so einfach.. aber wird schon klappen! Freue mich jedenfalls darauf, die schöne Landschaft erneut bestaunen zu können. In Kapstadt warten dann fünf Termine auf mich, also ist der Terminplan schon recht voll. Denke aber, es lässt sich noch etwas Zeit finden, nochmal den Lions Head zu erklimmen oder einen Drink in Camps Bay zu genießen.

Vorletzten Freitag (24.10.) wurden wir von Masifunde zu einem Workshop mit anschließendem Abendprogramm eingeladen. Erst sind wir in Gruppen zusammengekommen und haben diskutiert, wie man das Angebot und die Koordination der Projekte verbessern kann. Im Anschluss gab es super leckeres, typisch südafrikanisches Essen! Zudem stand danach ein Besuch bei Candoz, eine Art Talente'schuppen' im Township an. Wir sind also mit der gesamten Gruppe dort zu Gast gewesen, haben begabten Schauspieler/innen, Dichter, Sänger/innen zugehört und einen einmalige Abend verbracht. Einmalig auch deshalb, weil ich dieses Erlebnis vermutlich nicht wiederholen werde. War zwar eine tolle Show, aber bei Dunkelheit durchs Township zu fahren ist schon mit Nervenkitzel verbunden. Deshalb war ich froh, am Ende des Tages wieder in meinem Bett zu liegen. Zum Glück war Yoliswa (meine Freundin, die zwar Xhosa ist, auch Deutsch sprechen kann) auch mit dabei :)

Gruppenbild - Yoli & ich haben uns ein wenig versteckt.. Gospelband Drama

Vergangene Woche habe ich dann von den Spendenmitteln, die bisher durch den Kalender zusammengekommen sind (etwa 150 Euro!! super klasse), Federmappen mit Inhalt für die Kinder vom Homework Club gekauft. Am Mittwoch war dann der große Tag der Übergabe! :) Die strahlenden Gesichter und die vielen Thank you's waren wirklich schön. Die anderen internationalen Studenten haben noch einige Süßigkeiten und Getränke mitgebracht (weils auch ihr letzter Tag war) und somit war es insgesamt ein sehr schöner Nachmittag mit den Kids. Bilder sagen wohl wieder mehr als Worte.. sobald ich alle E-mail Adressen der Käufer zusammen hab, schick ich nochmal eine Dankesmail raus. Damit auch alle sehen, wo das Geld letztendlich angekommen ist.

DANKE :) die Freude war groß! :) mit teacher Colleen, die die Kids seit mehreren Jahren im Homework Club betreut. Sie hat mich gleich dreimal gedrückt :) meine Nolu ♥ Gruppenbild mit allen Kindern & Volunteers

Eigentlich war für Sonntag geplant, Luzuko auf einen Geburtstag einer Freundin zu begleiten. Dafür hatte ich mir extra ein schickes Kleid gekauft. Aber leider war irgendwas mit dem Schiff nicht in Ordnung, das sie für den Geburtstag gebucht hatte. Also sind Luzuko und ich nach der Kirche zu ihr gefahren und sind mit ihr zum Essen ausgegangen. Ins Something Good an der Beachfront. Als wir dort waren, fiel im gesamten Stadtteil Humewood und Teilen Summerstrands und Walmers der Strom aus. Wir wurden zwar trotzdem bedient, hat aber alles etwas länger gedauert. Als ich zurück nach Hause kam, war wieder alles in Ordnung.

neues Kleid :) im Something Good wir 4 :) :D

Außerdem habe ich zwei tolle Neuigkeiten zu berichten! Kürzlich habe die Gelegenheit bekommen, für ein junges Start-Up Blog zu schreiben. Das heißt: 4 Artikel und 8 Bilder pro Monat gegen einen netten Nebenverdienst hochzuladen. Das Konzept nennt sich Heimatbrücke und das Team dahinter versucht, mit einer Plattform den Austausch zwischen permanent oder temporär im Ausland lebenden Deutschen und ihren 'Landsleuten' zu schaffen. Es sollen dort Informationen zu Land, Kultur und Leuten erscheinen und die Website an sich soll Unternehmen als Kleinanzeigenportal dienen. Bin schon sehr gespannt, wie sich das Ganze entwickelt und bin stolz, meinen Teil beitragen zu können! Sobald die Seite offiziell gelauncht ist, könnt ihr sie unter diesem Link erreichen: http://heimatbruecke.de/

Eine weitere tolle Möglichkeit wäre es, Anfang/Mitte Dezember (genauer Termin steht noch nicht fest) einen Vortrag über Südafrika in der Eisenhütte zu halten. Die Idee ist von Papa und ich denke, das wäre definitiv eine gute Gelegenheit, noch den ein oder anderen Kalender zu bringen. Ein ideales Weihnachtsgeschenk :). Habe Nozibele bereits als 'special guest' gewinnen können und freue mich darauf, Südafrika-feeling nach Augustfehn zu bringen.

Das soll Inhalt des Vortrags sein:

Auslandsstudium – warum Südafrika? Planung, finanzielle Unterstützung & Mehrwert des Aufenthaltes

Eindrücke aus dem Unialltag, der Arbeit im Township und dem Leben in Südafrika

Die Arbeit der Masifunde Bildungsorganisation

Südafrika als Reiseziel – beeindruckende Landschaften, Tierwelt und kulturelle Besonderheiten

Dienstag, 21.10.2014

Kontakte über Kontake :)

Es geht nichts darüber, neue und interessante Menschen auf diese Art und Weise kennenzulernen! Meistens läuft das in etwa so ab: Ich kontaktiere Personen, die über ein großes Netzwerk verfügen. Diese leiten mir wiederum einige Namen und Kontaktdaten weiter, die gute Ansprechpartner wären, weil sie eine soziale Unternehmung gegründet haben oder sich anderweitig engagieren. Ich verfasse E-mails oder rufe diese direkt an und stelle mich und das Buchprojekt kurz vor. Bislang habe ich noch keine skeptische Antwort von diesen Frauen erhalten, sondern bin auf hohe Bereitschaft gestoßen, sich mit mir für ein Interview zu treffen. Die ersten Frauen habe ich bereits kennengelernt und bislang macht mir diese 'Arbeit' auch sehr viel Spaß muss ich sagen.

Einmal ist das Elizabeth, die in einem armen Stadtteil Port Elizabeths die Sunrise Preschool eröffnet hat und mittlerweile Mama für 40!! Kinder ist. Ihr hat die Situation der Kinder im Township, die von ihren erwerbstätigen Eltern tagsüber alleine gelassen werden, so leidgetan, dass sie immer mehr Kids zu sich aufgenommen hat. Erst in ihrem eigenen RDP Haus, später hat ihr die Kirchengemeinde dabei geholfen das Gebäude für die Krippe zu errichten. Die Kinder von 1-6 Jahren kommen jeden Morgen um 5 Uhr zu ihr und werden nachmittags um 4 wieder von ihren Eltern wieder abgeholt. In dieser Zeit beschäftigt Elizabeth sich mit ihnen. Sie kocht für sie, singt mit ihnen und bringt ihnen Wochentage, Farben und ihre Körperteile bei. Den älteren Kids bringt sie Rechnen und Schreiben bei und meldet sie bei der Schule an. Unterstützt wird sie dabei nur von ihrer Tochter und durch einen kleinen Betrag von 10 Euro, den die Eltern der Kinder an Elizabeth zahlen. Selbst am Wochenende kommen einige Kinder sie besuchen, weil sie sie so vermissen.. ;) Eine wirklich hingabevolle Frau, die sich bemerkenswert für das Wohl dieser Kinder und die Bildung im Township einsetzt und sich dafür sehr zurücknimmt. Darf ich vorstellen:

Elizabeth und ihre Kids :) soo süß!

Ich werde die Preschool auf jeden Fall nochmal besuchen, einen Fantakuchen für die Kids backen und ein paar Stifte besorgen, die dort dringend benötigt werden. Mich hat es sehr gerührt, wie sehr sich Elizabeth über meinen Besuch gefreut hat. :)

Gestern habe ich Laura & Louise von Greencyle, einem Recycling Collection Service, kennenlernen dürfen. Sie haben sich beide sehr für Zeit für das Interview genommen und mir einen Einblick in das harte Geschäft mit der Mülltrennung hier in Südafrika gegeben. Die Zwei sind seit sechs Jahren dabei und verdienen erst seit 2012 Geld mit ihrer Idee. Dies war ihnen jedoch schon bewusst, bevor sie mit der Firma starteten. Sie wollten mit ihrer Unternehmung einen Beitrag für ein sauberes PE leisten. Sie sammeln bestimmte recyclebare Gegenstände bei Privathaushalten, Firmen und Tankstellen ein, sortieren und säubern alles in einer großen Halle und verkaufen diese Teile dann im Anschluss an Kleinunternehmer weiter, die aus dem Müll neue Produkte herstellen (z.B. http://www.karookwezi.co.za/, die aus großen 5L Wasserbehältern kreative Lampen kreieren).

Im Laufe der nächsten Wochen habe ich viele weitere Termine mit Frauen, die eine soziale und innovative Idee in die Tat umgesetzt haben. Bin schon gespannt darauf, diese Personen zu treffen. Alles wird am Ende in einem Buch zusammengetragen, um möglichst viele Menschen auf die tollen Projekte und die starken Frauen dahinter aufmerksam zu machen. Coole Sache, oder? :)

Ansonsten habe ich letzte Woche viel an meiner Bachelorarbeit gewerkelt und bin sehr zuversichtlich, dass dabei was richtig Gutes rauskommt. Jeden Tag wird mehr zu dem Thema in der Zeitung veröffentlicht und ich konnte schon viele Artikel sammeln, die mir sicher noch nützlich sein werden. Bin mittlerweile bei 20 ausformulieren Seiten angekommen und muss eher befürchten, dass der Platz nicht ausreicht als dass ich meine Seiten nicht gefüllt bekomme. Hoffe sehr, dass ich in den kommenden drei Wochen meine drei Interviews mit Township-Bewohnern führen kann. Sollte eigentlich machbar sein. Einmal habe ich mich mit Kevin schon getroffen. Wir sind gemeinsam zum ANC Head Office gefahren. Dort habe ich einen ersten Einblick in den unfassbar hohen Bürokratieaufwand bekommen und erste Kontakte knüpfen können.

Am Samstag ist Susan von ihrem Familienurlaub wiedergekommen. Sie hat mir Fotos gezeigt, viel erzählt und mir ein kleines Mitbringsel vom Urlaub (ein buntes Portemonnaie) geschenkt. Werde ihr nun definitiv auch was auf meinem Kapstadtrip besorgen, der wahrscheinlich vom 11.-23.11. stattfindet. Mittwoch treffe ich mich mit den Mädels, um Mietwagen etc. zu organisieren. :) Habe erste Termine in Kapstadt ausgemacht und freue mich sehr auf den Ausflug!

Meinen Flug nach Johannesburg habe ich für knapp 100 Euro nun auch gebucht. Besuche dann Natalija, Tracey und vielleicht auch Lorna auf ihrer Farm in Nelspruit. Die zwei würden mich gerne auf einen Trip in den Kruger Nationalpark mitnehmen, aber ich würde mich auch sehr freuen einfach die beiden mal wieder zu sehen und vllt einige schöne Plätze zu besuchen, die ich letztes Jahr nicht gesehen habe. Am 03.12. geht mein Flieger nach Frankfurt, wo ich dann einen Zug (hoffentlich haben die Streiks dann endlich ein Ende!) nach Bremen nehme. Seht ihr, so schnell komm ich schon zurück! Die Zeit rast und die Wochen vergehen wie im Fluge.. :O Bin aber froh, dieses Weihnachten zu Hause und nicht bei prallender Sonne zu verbringen :)

Zuletzt möchte ich noch auf ein tolles gemeinnütziges Projekt hinweisen. Super geeignet für alle, die mal auf Schokolade in ihrem Adventskalender verzichten können und stattdessen jeden Tag eine gute Tat vollbringen möchten: http://www.24-gute-taten.de/adventskalender/

Meld mich, wenns was Neues zu berichten gibt! ?

Dienstag, 14.10.2014

Mountain Zebra & Camdeboo National Park

Pure African experience! Am Sonntagmorgen um 4 Uhr gings los! Mit einer Gruppe von 9 Leuten (aus Schweden, den USA und Deutschland) und Kevin, unserem Tourguide. Jeder wurde von zu Hause eingesammelt. Dann ging es auf zum Cheetah tracking! Wie ihr euch das vorstellen könnt, seht ihr auf den Fotos! ;) Nach 2 einhalb stündiger Fahrt kamen wir im ersten Nationalpark an, wo unsere Guides schon mit offenem Geländewagen auf uns warteten. Da dieser schon voll war, ist Kevin bei der Rezeption geblieben und hat sich von der Fahrt ausgeruht. Er musste uns schließlich noch sicher nach Hause bringen am Ende dieses langen Tages!

unsere Gruppe & Guides Mit diesem Gerät konnten die Guides 7 der Cheetahs aus dem Park aufspüren! Durch die Berge, auf der Suche nach wilden Tieren! Ohoh!

Was wir dann gesehen haben, ist äußerst selten und war wahnsinnig beeindruckend mitzuerleben. Als die Guides die Mama von 4 Kindern endlich aufgespürt haben, schien sie sich gerade auf die Suche nach einem Rehbock zu machen. Wir setzten uns ins Gras und warteten.. nach einer Weile scheuchten uns die Guides auf, alle holten Ihre Kameras heraus und versuchten den Moment festzhalten. Bereits nach wenigen Sekunden war die Gepardin erfolgreich mit ihrer Jagd und zog das erfasste Wild in den Schatten. Im Anschluss gab sie Geräusche von sich, die mit einem Vogelzwitschern vergleichbar sind. Die Guides erklärten uns, dass die Mama ihre Jungen ruft und solange nicht beginnen würde, das Wild zu verspeisen. Nach etwa 20 Minuten tauchten diese dann auch auf. Die Zeit dazwischen saßen die Guides mit Gewehr aufmerksam um uns herum. Die Jungtiere besitzen nämlich noch kein Halsband, mit dem sie aufgespürt werden können. Wir mussten uns sehr ruhig verhalten, um die Tiere nicht zu verschrecken. Wahrscheinlich wäre es eher andersherum, aber naja.. :D Als diese bei ihrer Mama waren, haben sie gemeinsam mit dem Mahl begonnen. Wir haben uns in der Zwischenzeit näher an das Geschehen rangepirscht. Aber immer nur in Kleingruppen von 3 Personen. Ich habe mich ein wenig wie ein Eindringling in die Privatsphäre der Tiere gefühlt. Aber das ist man wohl immer, auf Safaris generell. Die folgende Auswahl zeigt Euch, wie nah wir an das Geschehen rangepirscht sind. Mein Kameraobjektiv war leider nicht optimal dafür, die Jagd- und Fressszene einzufangen. Ich hoffe sehr, dass wir die Bilder noch mit den anderen Internationalen austauschen. Diese haben mit ihrer Ausrüstung super Schnappschüsse machen können! Das sind aber erstmal meine Bilder. Hoffentlich könnt ihr die Geparden entdecken :)

Könnt ihr was entdecken?

Zurück im Camp haben wir zunächst auch gefrühstückt (es gab Omlette mit Pilzen und Bacon). Die beiden Guides, die ihren Job wirklich gut gemacht haben, haben sich noch auf einen Drink zu uns gesetzt. Einer erzählte uns, dass er in seinen 9 Jahren, die er schon in dem Park arbeitet, nur zweimal diese Szenen live mit ansehen konnte. Wir waren insgesamt 4 Stunden unterwegs.. kam mir gar nicht so lange vor! Schon während der Tour hat er sich mit uns über einige Geschichten aus dem Park unterhalten. Mit einer wollte er aber erst herausrücken, als wir zurück im Camp waren.. zu Recht. Erst meinte er, dass er nun Millionär wäre, wenn er vor 3 Jahren eine GoPro besessen hätte. Als Tourguide erlebt man ja so einiges.. aber er hat einen Angriff eines Nashorns überlebt, an denen andere Menschen sterben. Mehr führe ich an dieser Stelle besser nicht aus.. Wir sind alle heile geblieben und haben mit wahnsinnigen Erlebnissen den Park wieder verlassen. Auf dem Weg zur Grenzkontrolle sind wir noch einigen anderen Tieren begegnet.

einem Spießbock einem Erdmännchen und dem südafrikanischen Wappentier, dem Springbock

Im Anschluss sind wir weiter nach Nieu-Bethesda, ein schnuckeliges kleines Dorf im Nirgendwo. Dort haben wir einen kleinen Bummel gemacht, Drinks für den Sonnenuntergang eingekauft und ich habe das Owl House besucht, wo Kunst ausgestellt ist. Einige Eindrücke von diesem Stop und dem Weg dorthin:

On the road! schöner Ausblick! Nini, Suna und ich in dem Dorf ein kleines Cafe Die süße Kirche :) Der Garten des Owl Houses :D

Unsere Weiterfahrt nach Graaff Reinet, wo der Camdeboo Nationalpark liegt, war wieder geprägt von wunderschöner Landschaft. Schöne Straßen für eine Motorradtour, oder Papa? Vielleicht sollten wir an unserem Vorhaben festhalten.. :P Dort angekommen, mussten wir uns ein wenig beeilen, um den Sonnenuntergang nicht zu verpassen. Die Ausblick haben sich so gelohnt! Es war unfassbar hoch und ich schätze, Du hättest Dich nicht getraut, Dich dort auch nur hinzusetzen, Mami! Aber seht selbst:

Angekommen im Camdeboo! Unsere Visitor's Map :) Wahnsinns Ausblick! Lieblingsbild des Tages! sooo hoch! zum Sonnenuntergang rennen :D Nini und ich, kurz bevor die Sonne verschwunden war..

Ein toller Tag ging damit zu Ende. Auf der Rückfahrt habe ich mich ganz lange mit Kevin über meine BA und die aktuelle politische Situation unterhalten. Er hat angeboten, mich die kommenden zwei Wochen intensiv in der Arbeit zu unterstützen und mich einigen Leuten vorzustellen. Hoffentlich klappt das! Wünscht mir Glück :)

Donnerstag, 09.10.2014

Jetzt aber!

Einige vollgepackte Tage liegen hinter mir.. wo soll ich denn nur beginnen zu erzählen? Am besten die neusten Neuigkeiten zuerst. Ich habe mein erstes Interview geführt!! Dafür bin ich heute Morgen extra früh (vor 7!) aufgestanden, obwohl ich den Abend zuvor noch bis 1 dabei war, einige E-mails zu versenden und die Kontaktliste für das Buchprojekt zu ergänzen. Hätte, wie ich um 10 realisierte, natürlich nicht Not getan. African time und das miese Wetter haben meinen Plänen einen Strich durch die Rechnung gemacht. So kam mein Interviewpartner schließlich um halb 11.., aber immerhin hat er nicht abgesagt! Ich werde mich wohl nie daran gewöhnen. Hazel hat mich jedenfalls ausgelacht, wie ich da saß, voll startklar vor meinem Interviewbogen und das Diktiergerät bereitgelegt, damit es zum Einsatz kommt. Als er dann endlich eintraf, habe ich ihm einen Kaffee gekocht, Frühstück zubereitet und Smalltalk als kleines Warm-Up gehalten. Die Konversation war dennoch etwas angespannt im Vergleich zu unseren vorherigen Gesprächen. Noch immer war es ihm nicht möglich, mir während des Gespräches in die Augen zu sehen. Zu groß ist der Respekt, zu gering der eigene Selbstwert. Das ist das traurige Resultuat der Apartheid-Zeit. Mir fällt es sehr schwer, damit umzugehen. Selbst wenn ich ihn mehrfach darauf hingewiesen hätte, es hätte ihn nicht dazu gebracht, sein Verhalten zu ändern. Es braucht noch viel Zeit, bis sich die Menschen hier von dieser Last befreien.. wer weiß, vielleicht schafft es die kommende Generation dieses Landes! Ich hoffe es sehr. Vermutlich trug auch die ungewohnte Situation für ihn, dass das Gespräch durch mich aufgezeichnet wurde, zu seiner Unsicherheit im Interview bei. Selbst ich musste es ignorieren, aber denke je öfter man es macht, desto selbstverständlicher wird es. Jedenfalls ist die Qualität der Aufnahmen 1A! Wird mir hoffentlich nicht ganz so schwer fallen, das Gespräch zu transkribieren. Jedes einzelne gesagte Wort eines einstündigen Interviews zu notieren. Genau! Eine ganze Menge Arbeit! Leider waren die Angaben, die er mir gemacht haben, nicht ganz so detailliert und er hat öfter mit "I am not sure about it" geantwortet, aber er hat Aspekte wie Korruption und die Stimmung im Walmer Township angesprochen. Mal sehen, wie viel sich daraus ziehen lässt. :) Ich habe ihm versprochen im Anschluss an das Interview über meinen Laptop etwas Musik auf sein Handy zu ziehen. Er hat diese Möglichkeit nicht. Und er war super happy über all die neuen Lieder! Auch sind wir auf Jobmöglichkeiten für ihn in PE zu sprechen gekommen, als er durch die lokale Zeitung blätterte und auf eine Anzeige aufmerksam wurde. Bereits im Interview erzählte er mir, dass er gerne einen Job hätte, in dem seine Arbeit angemessen entlohnt werde. Aktuell schlägt er sich mit Gelegenheitsjobs wie Reparaturarbeiten oder Gartenarbeit durch.. aber das bedeutet vorallem: sollte gerade mal kein Bedarf sein, hat er auch keinen Verdienst. Außerdem wird ihm dafür gerade mal ein Studenlohn von 1,10 Euro bezahlt. Dafür kann man sich auch hier in Südafrika kaum etwas leisten. Für seine Unterkunft im Shack zahlt er einem Kumpel R400=28Euro im Monat. Für ein Dach über dem Kopf! Insgesamt wohnen sie dort zu viert! Kaum vorstellbar.. Und ständig werden ihm die Wertgegenstände von dort geklaut, für die er seinen Lohn angespart hatte. Echt traurig :( Ich habe ihm also erklärt, was alles in einen CV gehört und angeboten, diesen mit ihm gemeinsam zu erstellen, falls er von der Firma verlangt wird. Sodass er zumindest versuchen kann, sich um die Stelle zu bewerben. Wie kann man bitte von einem Township-Bewohner erwarten, dass er seine Bewerbung online zuschickt? Zwar ist es keine Seltenheit, dass die Bewohner mit Smartphones ausgestattet sind, aber woher soll das Wissen über die neuste Technik kommen..? Oder darüber, was Unternehmen in einem Lebenslauf erwarten zu lesen? Jedenfalls fand ich es eine gute Sache, ihn dabei in irgendeiner Weise zu unterstützen. Bevor er gegangen ist, habe ich ihm ein wenig Geld für Transport und als Dank für das lange Gespräch zugesteckt, was für mich nicht mal 5 Euro sind, für ihn aber ein halbes Tagesgehalt bedeutet. Eine erschreckende Realität.

Susan ist nun schon seit einer Woche im Urlaub mit der Familie ihres Sohnes. Sie hat mir einmal einige Fotos zugeschickt, sieht so aus als seien sie campen. :) Sie scheint ihren Urlaub also sehr zu genießen. Hazel kommt erst am Montag wieder, weil sie Freitag ins Krankenhaus muss. Ich habe nicht herausgefunden, was mit ihr ist, aber ich habe ihr trotzdem alles Gute gewünscht. Heute habe ich uns von Spar Fish & Chips zum Mittag geholt. Sie hat mir R100 in die Hand gedrückt und mit einem breiten Grinsen gemeint: Please don't spend more than R30 of that money! Das habe ich auch nicht, aber wollte ihr trotzdem ein größeres Stück mitbringen als sie für das Geld bekommen hätte :) Sie ist so eine liebenswürdige Haushälterin. Weil sie mit mir ja nicht besonders viel Arbeit im Haushalt hat, sucht sie sich regelrecht Aufgaben, um Susan zu zeigen, dass sie in den 2 Wochen nicht untätig war :D

Nachdem ich gegessen hatte, bin ich in die Uni gefahren, um dort Tickets für eine Miss/Mr. NMMU Wahl + Aftershowparty zu kaufen. Das findet in der Uni statt und soll wohl ein großes Event sein. Gestern hatte ich mich mit Yoliswa darüber unterhalten und wir haben abgemacht gemeinsam hinzugehen. Das ist die Freundin von meinem Studienaufenthalt letztes Jahr, die auch Deutsch spricht (als Xhosa). Ich habe sie zum ersten Mal nach dieser langen Zeit wiedergesehen. Sie ist momentan sehr beschäftigt mit Unikram, schreibt viele Tests und hat selten Zeit. Aber immerhin haben wir es geschafft, den gestrigen Tag zusammen zu verbringen. Nachdem ich sie zum 2nd Avenue Campus gebracht habe, wo sie jetzt in einer anderen Studentenunterkunft untergebracht ist, habe ich noch einen kurzen Abstecher zu dem Archive Exhibition Center gemacht. Ich wollte checken, ob die Ausstellung, in der mein Bild mit dem Sonnenuntergang in Sardinia Bay zu sehen war, noch exisitert. Was ich herausgefunden habe? Sie wurde online geschaltet.. was das bedeutet könnt ihr hier nachsehen:

http://www.nmmu.ac.za/virtualtours/Exhibit4/flash/Exhibit4.html

Ziemlich beeindruckend, oder? Was heutzutage alles möglich ist! Mir wurde zudem mitgeteilt, dass die Bilder in der Bücherei auf dem Campus aufgehängt wurden. Davon werde ich mich demnächst auch überzeugen. Habe zwar keinen blassen Schimmer wo das ist, aber so schwer kanns ja nicht zu finden sein..

In der Uni habe ich mich kurz mit Mzolisi getroffen, um ihn zu fragen, ob er mich spontan nach Walmer begleiten würde. Hatte mir schon lange vorgenommen, mich mit dem Besitzer des "Village foods" Laden gegenüber der Highschool zu unterhalten. Aber hatte immer nicht die Gelegenheit dazu. Wir sind also dort hin, haben aber nur den Sohn des Besitzers angetroffen. Er hat uns aber die Nummer seines Vaters gegeben und meinte es würden öfter Studenten aus den USA oder Norwegen zu ihm kommen, um ihn nach Kontakten zu fragen. Scheint also wirklich eine gute Anlaufstelle zu sein. Jonas von Masifunde hat mir geraten, mich mal an ihn zu wenden. Hoffentlich sind ihm die ganzen Nachfragen nicht schon lästig geworden :D Nachdem ich meine Flasche Sprite für umgerechnet 28 cent geleert hatte, sind wir auch direkt wieder gefahren..

als ich Mzo bei seiner Unterkunft abgesetzt habe, war es auch schon um 5 rum. Deshalb dachte ich spontan, dass ich ja mal bei Karl vorbeischauen könnte, wo ich eh schon ganz in der Nähe bin. Hatte seine Nummer nicht mehr und dachte, falls er nicht da ist, komm ich einfach ein anderes Mal wieder. Aber er war zu Hause und meinte ich komme eigentlich gerade zum richtigen Zeitpunkt vorbei. Er erwarte ohnehin einige Gäste und ich könne ruhig noch ein wenig bleiben. Wie sich herausstellte, kamen die Gäste sogar ganz aus der Schweiz! Ein Pärchen, welches hier 2010 ihren Aufenthalt verbrachte und beide Elternpaare, die zurzeit Urlaub in Südafrika machen. Wir haben uns sehr nett unterhalten. Leander, mein ehemaliger Nachbar aus der Wohnung nebenan, kam später auch noch dazu und so waren wir insgesamt zu elft. Peter, der Freund von Karl war natürlich auch dabei, wo gebraait wird ist er auch am Start :D und eine Frau aus Schweden, die hier wohl aktuell an der Uni arbeitet. Sie hat mir auch einige hilfreiche Kontakte nennen können und wollte mir diesbezüglich noch eine Mail schicken. Auch bot sich relativ spät am Abend die Gelegenheit, von meinem Kalenderprojekt zu erzählen.. und schwupps hatte ich 3 Kalender unter die Leute gebracht. Sie waren von der Idee dahinter überzeugt und haben bei dem Preis auch nicht gezögert. Ich nehme hier in Südafrika R200 statt 18 Euro, da der Wechselkurs zum Rand gerade so mies ist und ich die Kalender ja auch noch verkaufen möchte :) Erst meinten die Schweizer, dass sie mich ruhig im Voraus bezahlen können und ich ihnen den Kalender einfach bei ihrer Unterkunft vorbeibringen könne, aber ich wollte die Kalender lieber persönlich übergeben. Also fuhr ich eben zu Hause vorbei und war auch nach kurzer Zeit wieder zurück. Sie haben tolles Feedback gegeben und waren alle von dem Kalender begeistert! :) Wer hätte gedacht, dass sie dieser spontane Besuch sich so lohnen kann.. Mit neuen Bekanntschaften, vollem Magen und einem Batzen Bargeld in der Tasche bin ich gegen 11 wieder gefahren. Habe Karl für das super leckere Essen und den schönen Abend gedankt und bin nun froh, endlich im Bett zu liegen. War ein langer Tag!

Gestern habe ich wie bereits erwähnt mit Yoliswa verbracht. Wir haben erst eine Zeit lang hier im Haus gesessen und über alles Mögliche gequatscht. Als wir Hunger bekamen sind wir zum Something Good gefahren (ein Restaurant im Surferstyle direkt an der Beachfront) und haben lecker gegessen. Am Samstag wollen wir das wiederholen :) War ein sehr schöner Tag!

Montag war ich bei einem Theaterstück, welches von der Dramagroup von Masifunde im Athenaeum in PE aufgeführt wurde. Es wurde vorwiegend auf isiXhosa vorgetragen, aber es handelte von dem Leben einer Schülerin (gespielt von Sarah, der Stipendiatin, die im Januar nach Oldenburg kommt!) und all den Gefahren des Alltags. Drogen, Party und Gewalt. Die Message des Stücks war, dass man auf die falsche Schiene geraten kann, wenn man sich diesen aussetzt und dass man sich, wenn man sich in der Schule anstrengt, viel erreichen kann. Die schauspielerische Leistung der Jugendlichen war echt beeindruckend. Freue mich schon darauf, Sarah im Frühjahr in Oldenburg zu begrüßen. :) Im Anschluss an das Stück bin ich mit Nini und Suna (den beiden anderen Studentinnen aus OL), die auch dorthingekommen waren, zum Donkin gelaufen und dann nach Sardinia Bay gefahren. Das Wetter war einfach zu gut, um sich wieder auf den Heimweg zu machen. Hat sich absolut gelohnt! Wir haben einen wunderschönen Sonnenuntergang zu sehen bekommen. Es sind viele tolle Bilder entstanden:

Das süße kleine Theater Der Eingang schönes Motiv, oder? :) Sehr kunstvoll Donkin Reserve Mandela und ich, erste demokratische Wahlen in 1994 andere Perspektive Suna und ich Die Kleine wollte unbedingt mit auf Bild :D ein bisschen klettern.. Guckt Euch den Mond an! Angekommen! Mein neuer Strandhut :) Der Sonne entgegen! wir drei Lieblingsfoto des Tages Schnappschuss! Rückweg!

Diesen Sonntag war ich mit Luzuko, ihrem Sohn Zingi und Nozis Mama in der Kirche. Ging um 9 Uhr morgens los und dauerte bis 12. Der Kleine hat uns in dieser Zeit aber auch gut auf Trab gehalten! Er kann jetzt laufen und ist wahnsinnig gut darin, Andere zu kopieren. ;D Das habe ich besonders daran gemerkt, dass er einer Frau im Salt Café einfach auch die Zunge rausgestreckt hat, als sie es tat. Wir sind dort noch auf Wraps eingekehrt, bevor wir an die Beachfront zum African Craftmarket gegangen sind. Immer wieder schön dort :)

:) So ein Womanizer! Ich denke man sieht, dass ich echt müde war :D aber trotzdem ein schönes Bild :) Kitzelattacke!

Die kommenden Tage stehen BA auf dem Plan! Und zwar wirklich jetzt. Hatte ich eigentlich schon ab Dienstag vor.. aber die Erlebnisse der letzten Tage möchte ich nicht missen. Wenn ich bis Samstagmittag viel schaffe, genehmige ich mir vielleicht auch mal einen Tagestrip zu einem Nationalpark, den ich schon letztes Jahr gerne besucht hätte. Es gibt ein wahnsinnig gutes Angebot des Tourguides, der mir auch für die BA Kontakte herstellen wollte. Vielleicht eine ganz gut Gelegenheit, ihn mal wieder zu sehen. Der ist echt ständig unterwegs :D

Bis bald, ihr Lieben!