Berichte von 12/2014

Mittwoch, 03.12.2014

Ein baldiges Wiedersehen..

..in nicht mal mehr zwei Tagen bin ich schon wieder zu Hause. Kaum zu fassen, oder? Gerade bin ich dabei, meinen Koffer auf 23 kg zu reduzieren, meinen Boardingpass zu drucken und das Handgepäck möglichst geschickt zusammenzupacken. Freitag habe ich meine zweite Heimat PE verlassen und bin seitdem in Johannesburg.  Erst habe ich meine Freundin Natalija und ihre Familie im Stadtteil Randburg besucht, nun bin ich in Mondeor bei der lieben Tracey. Gleich gehen wir gemeinsam brunchen und genießen die für mich letzten Sonnenstrahlen. Der Wetterumschwung in diesem Jahr wird wohl etwas heftiger als letzten Dezember. Meine Gefühle sind gemischt. Einerseits freue ich mich auf die Weihnachtszeit mit meiner Familie, das Schlendern über den Weihnachtsmarkt, selbstgebackene Kekse und Klaben und leckeres, zum Wetter passendes Essen. Andererseits denke ich zurück an die vergangenen Wochen, in denen ich die wohl interessanteste Person kennengelernt hab, die mir je begegnet ist. Ich hätte wirklich nicht damit gerechnet, dass mir noch ein Grund gegeben wird, bald wieder nach Südafrika zurückzukehren. Aber da führt wohl kein Weg dran vorbei. Mittlerweile habe ich wirklich das Gefühl, dass nichts ohne Grund passiert..

Um diejenigen aufzuklären, die noch keinen blassen Schimmer haben: Er heißt Xolisa, ist 21 Jahre jung, studiert Marketing an der NMMU im dritten Jahr und ist aufgewachsen in Grahamstown, etwa 1 einhalb Stunden von PE entfernt. Dort wohnen auch seine Eltern mit seiner 17-jährigen Schwester Siphosethu. Eine wundervolle und liebenswürdige Familie, die ich vor zwei Wochen persönlich kennenlernen durfte. Eigentlich ist es in der Xhosa Kultur nicht üblich, den Eltern die Freundin gleich zu Beginn der Beziehung vorzustellen, aber wir haben gemeinsam beschlossen, dass es in unserer Situation wohl besser wäre. Schließlich sind wir ab morgen 14.000km voneinander entfernt. Eine ziemliche Distanz für eine Fernbeziehung. Wir sind aber beide sehr zuversichtlich, dass wir das packen :) so viele Gemeinsamkeiten wie wir beide haben ist fast erschreckend, aber andererseits natürlich auch schön. Wir haben beide vor, die Welt zu entdecken. Zudem haben beide den Studienabschluss vor Augen, sind super motiviert und sprühen nur so vor Ideen, die Welt ein Stückchen besser zu machen. Wer weiß, was wir zusammen erreichen können. Ich bin gespannt, was die Zukunft bringt ♥

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Dementsprechend habe ich die letzte Woche in PE auch so gut es geht genutzt, um ihn besser kennenzulernen. Und das habe ich. Wir haben uns gegenseitig einige Sätze in der jeweiligen Muttersprache beigebracht, viel gelacht und über die Geschichte und Probleme Südafrikas geredet. Stundenlange, interessante Konversationen, die ich nie vergessen werde. Jetzt, wo ich bald wieder zurück in Deutschland bin, verlagern sich diese Gespräche natürlich auf Whatsapp, Facebook, Viber und Skype. Ich bin froh, dass dies heutzutage alles möglich ist. Wie hat man in der Vergangenheit eigentlich Fernbeziehungen aufrecht erhalten können ohne all diese neuen Medien?!

Kommende Woche werde ich in meinem Heimatort Augustfehn einen Vortrag über Südafrika halten. Bin nun fleißig dabei, diesen vorzubereiten. Die NWZ wird diesen netterweise in der lokalen Zeitung ankündigen und hoffentlich ordentlich Werbung machen. Mama und Papa haben schon Flyer verteilt und es rumgesprochen. Bin mal gespannt, wer so kommt. Du auch?

Der Flyer für die Präsentation :)

Mein zweiter Aufenthalt in dem wundervollen Land war mal wieder mehr als bereichernd und ich hoffe sehr auf eine baldige Rückkehr. Selbstverständlich werde ich diesen Blog dann wieder mit neuem Inhalt füllen. Solange dient 'Heimatbrücke' als Anlaufstelle, um mehr zu erfahren. Ich empfehle sehr, dort ab Januar mal einen Blick reinzuwerfen! :)